Schnelle Low Carb Rezepte
Ketogene Ernährung

Die ketogene Ernährung – bin ich noch ganz dicht?

Wieso macht die das?

Die Frage konnte ich den Leuten von den Augen ablesen. Mein gesamtes Umfeld hat mich für bekloppt gehalten. Oder für extrem diszipliniert. Oder beides. Eine ketogene Ernährung – wer macht denn bitte sowas? *Kopfschüttel*

Ich mache sowas. Mein Lebensmotto lautet: Von nichts, kommt nichts; No Pain, No Gain; Das Leben ist kein Ponyhof. Du verstehst schon. Ich liebe es, etwas für mich zu tun, etwas, das ich zu 100% selber kontrollieren kann und wo mir keiner etwas einreden kann. Anders als im echten Leben. Ein höchstpersönliches Projekt, viel extremer kann mich sich wohl kaum mit seinem Körper auseinander setzen.

Ketogene Ernährung_davorZugegeben, ich war nie übergewichtig. Ich hätte meiner Meinung nach zu gewissen Zeiten ein paar Kilo weniger auf den Rippen haben können, aber das ist sicherlich Geschmackssache, mein BMI lag immer im unteren Normalbereich. Aber was interessiert mich mein BMI? Das Spiegelbild ist das, was mich interessiert. Zwischenzeitlich hat mich auch die Waage interessiert, aber davon bin ich mittlerweile zum Glück ganz weg. Mehrmals hätte ich das Ding am liebsten mit voller Wucht aus dem Fenster geworfen, wenn es nicht 100 € gekostet hätte. Die Waage hat sogar WLAN! Mit solchen Features kann man mich begeistern. OK, ich schweife ab. Also, ich war nie übergewichtig. Was mich in meinem Job erfolgreich gemacht hat, sind aus meiner Sicht folgende Eigenschaften: Disziplin, die Fähigkeit den Überblick zu behalten und Erfolgshebel zu erkennen. Ich liebe Feintuning, denn alles lässt sich optimieren. Mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel bewirken, das muss doch auch beim eigenen Körper funktionieren? Und so kam ich zu der ketogenen Ernährung.

Wie funktioniert die ketogene Ernährung?

Es ist ganz simpel: bei meiner Körpergröße von 1m70 und einem Ausgangsgewicht von 58 kg durfte ich pro Tag nicht mehr als 30 g Kohlenhydrate zu mir nehmen und musste zudem ein Kaloriendefizit fahren, um in den Genuss der sogenannten Ketose zu kommen. Nach der Umstellung auf die ketogene Ernährung dauert es ca. 3 Tage, bis der Körper anfängt von Kohlenhydrat- auf Fettverbrennung umzustellen. Sprich, er bekommt so wenig Kohlenhydrate, dass er seine Energie aus den Fettdepots beziehen muss, sobald die eigenen Kohlenhydratspeicher leer sind. Der Körper ist schlau und schafft es, Ketonkörper aus Fettsäuren herzustellen und diese als Energiequelle zu nutzen. Der Fettstoffwechsel dreht auf Hochtouren!

Am Anfang habe ich bestimmt 2 Liter Wasser verloren, weil der Körper keine Kohlenhydrate zur Verfügung hatte, die Wasser binden. In den Wochen danach purzelte das Fett und die über die Jahren hart antrainierten Muskeln kamen immer mehr zum Vorschein. Und genau an dieser Stelle sollte man sich von der Waage verabschieben, sie hat mich zu oft zutiefst und zu Unrecht enttäuscht. Einzig und alleine das Spiegelbild, das Maßband und die Passform der Kleidung verrät, wie es wirklich um Deine Diäterfolge steht! Vor allem wir Frauen haben zusätzlich noch mit hormonellen Schwankungen zu kämpfen, welche sich gerne mal in 2-3 kg mehr oder weniger auf der Waage auswirken. Das ist alles nur Wasser. Und ganz nach Murphy’s Gesetz, stellt man sich grundsätzlich dann auf die Waage, wenn der Körper ordentlich Wasser eingelagert hat.

Refeed Day – Etwas Schöneres gibt es nicht

Ketogene Ernährung-Refeed DayDie ketogene Ernährung funktioniert! Alles schön und gut, die Kunst lautet jetzt, den Zustand der Fettverbrennung aufrechtzuerhalten bzw. zu optimieren. Denn der Körper merkt ganz schnell, dass er es jetzt mit einem dauerhaften Kaloriendefizit zu tun hat (ohne das keine Gewichtsabnahme stattfinden kann!), und dagegen muss man unbedingt etwas unternehmen. Gewichtsstagnation und Frustration drohen dem Selbstversuch vorzeitig ein Ende zu setzen. Was jetzt wichtig ist, ist an einem festen Tag pro Woche richtig viele Kohlenhydrate zu essen und gleichzeitig einen moderaten Kalorienüberschuss zu erzeugen. Damit signalisiert man dem Körper, dass die Hungersnot eben nicht eingetreten ist und er den Energieverbrauch auf keinen Fall runterschrauben soll. Denn sobald der Körper seinen Kalorienverbrauch auf Sparflamme umstellt, um für den Notfall noch Energiereserven zu haben, ist Feierabend mit Abnehmen! Schlimmer noch, sobald man wieder “normal” ißt, wird soviel Energie wie möglich in Form von Fettdepots eingelagert, um für schlechtere Zeiten vorzusorgen. Das nennt man auch Jojo-Effekt und das will nun wirklich keiner.

Der Refeed Day ist sicherlich das Allerschönste an der ketogenen Ernährung :-). Unvorstellbar, wie un-fass-bar lecker ein frisches Brötchen mit Erdbeermarmelade schmecken kann! Die Erfahrung entschädigt jede Woche wieder aufs Neue für die Selbstkasteiung. Mann, wie oft ich mich selbst verflucht habe, wenn andere Leute am Essenstisch die leckersten, kohlenhydratreichsten Speisen dieser Welt gegessen haben. Da muss ich zugeben, da gab es einige Abende, die ohne mich sicherlich lustiger gewesen wären.

Zurück zum Refeed Day: wer jetzt denkt, dass man an dem Tag alles was geht in sich reinstopfen kann, hat aber falsch gedacht. Um die Kohlenhydratspeicher in diesen 24 Stunden optimal aufzufüllen, gibt es einige Punkte, die man beachten sollte. Eine der wichtigsten Sachen ist, dass man an diesem Tag den Fettanteil stark runterschraubt. Also, nach Möglichkeit sollte man den fettigen Burger mit Pommes und Mayo meiden, und eher fettarm essen. Nudeln, Reis, Kartoffeln, you name it. Wer Lust auf Süßigkeiten hat: Go ahead! Marshmallows haben zum Beispiel fast kein Fett, Gummibärchen, fettarmes Eis (hier gibt es große Unterschieden zwischen den Marken), usw.

Am Ende ist wichtig, dass man nicht ißt, bis man fast platzt. Ja, ich spreche da aus Erfahrung. An manchen Refeed-Abenden hätten mich keine 10 Pferde aus dem Sofa bekommen. “Der Refeed Day soll sich ja lohnen”, denkt man sich! Und nach 6 Tagen eiserner Dispziplin ist es machmal sehr sehr schwierig, sich ausgerechnet am wohlverdienten Refeed Day auch noch zu zügeln. Wenn Dein Umkreis bisher dachte, Du hättest während der strengen ketogenen Diät einen an der Klatsche, dann solltest Du sie mal zu deinem Refeed Day einladen!

Im Endeffekt habe ich darauf geachtet, am Refeed Day ca. 400-500 g Kohlenhydrate zu mir zu nehmen und dafür aber möglichst wenig Fett. Klar, habe ich auch mal gesündigt und an dem Tag eine Pizza gegessen, da muss man dann auch mal Fünfe gerade sein lassen. Geschädigt hat es meiner Diät, glaube ich, nicht. Ich hatte an dem Tag in der Regel einen Kalorienüberschuss von 500-1.000 Kalorien, während ich an den anderen 6 Tagen einen Kaloriendefizit von 300-500 Kalorien gefahren bin. In Summe schafft man dann trotzdem einen Kaloriendefizit und der Stoffwechsel bleibt aktiv.

Und was hat die ketogene Ernährung mir gebracht?

Ketogene ErnährungEine tolle, definierte Figur. Deutlich weniger Fett und strafferes Gewebe. Stolz, Selbstbewusstsein und das Gefühl, etwas Großartiges erreicht zu haben. Das schafft man nur mit größter Selbstdisziplin und einem klaren, realistischen Ziel vor Augen. Ich finde, nach so einer selbst initiierten Tortur darf man auch ruhig mal stolz auf sich sein.

Nach 3 Monaten ketogener Diät bin ich wieder auf Low Carb umgestiegen. Ich habe wieder ein wenig Wasser eingelagert, klar, und bin nun nicht mehr in der Ketose. Dafür habe ich jetzt wieder ein normales Sozialleben und vor allem deutlich mehr Kraft beim Sport. Nach den 3 Monaten war der Akku im Fitnessstudio ganz schön leer, was auch der Hauptgrund dafür war, dass ich meine Ernährung wieder auf Low Carb umgestellt habe. Als dauerhafte Ernährungsform eignet sich die ketogene Ernährung für mich persönlich nicht, weil sie einen einfach zu sehr einschränkt. Mein Umfeld würde mir da jetzt zustimmen ;-).

Würde ich es noch einmal machen?

Ja, wenn ich innerhalb von 3 Monaten eine tolle Bikinifigur haben möchte! Ich hoffe jedoch, dass ich die Kur mit weiterhin regelmäßigem Sport und meiner Low Carb Ernährung nicht brauchen werde.

 

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